Designers

~ Christian Werner ~

"Die Rolle des Raffinements"

Seine eigene Einrichtung beschreibt der Designer Christian Werner (1959, Berlin) als einen überaus lebendigen Mix. Sowohl die Entwürfe aus eigener Hand als auch die seiner Frau, die ebenfalls Designerin ist, finden dort ihren Platz. Eigentlich gibt es nur zwei feste Stücke: ein Sofa und einen großen Tisch. Der Rest ändert sich andauernd, denn, so erklärt er, in einer Familie mit vier Kindern gäbe es immer wieder neue Impulse.

Die erste Zusammenarbeit zwischen Leolux und Christian Werner, der zu dem Zeitpunkt bereits Bekanntheit als Designer für bekannte europäische Marken genoss, erfolgte für die Sofaserie Mayon. Eine überaus angenehme und inspirierende Zusammenarbeit, wie Werner meint. ‘Ich habe mich für Mayon ganz in die Welt von Leolux
versetzt. Die steht für runde Formen und das hat mich inspiriert. Die Herausforderung bestand darin, eine “klassische” Sitzgruppe mit luxuriösem Sofa und Sessel zu entwerfen – modern und mit kompakten Abmessungen; für jede Zielgruppe geeignet und zeitgemäß. Ein Möbel für die jungen oder jung gebliebenen Designliebhaber, die keinen Raum für eine Sitzlandschaft haben.’

Das Ergebnis ist ein Sofa mit einer ungezwungenen, sympathischen Formgebung. ‘Charakteristisch finde ich selbst die fliesende Linie zwischen Arm- und Rückenlehne, die eine gewissen Spannung erzeugt. Wie ein dünnes Kissen, das einen umarmt und einlädt, sich in die Ecke zu kuscheln.’ Hat er selbst noch eine bestimmte Vorliebe hinsichtlich der Ausführung? ‘Beim Entwerfen von Mayon bin ich vollkommen vom Material Leder ausgegangen. Schon bei meinen Skizzen stellte ich mir das so vor. Mir selbst gefällt ein Sofa mit einem schönen neutralen Stoff sehr, aber in meinem Hinterkopf hatte ich immer den Gedanken ’Leolux steht für Leder’. Deshalb war ich positiv überrascht, als sich herausstellte, dass der Prototyp in Stoff auch grosartigaussah!

‘Emotion ist für den Menschen die wichtigste Triebfeder – bei jeder Entscheidung. Ich bin mir sicher, dass sich Konsumenten für Produkte entscheiden, die ihnen ein gutes Gefühl verschaffen. Man kauft kein Auto, das einem nicht gefällt. Niemand kauft ein Auto nach rein rationellen Kriterien, genauso wenig wie Kleidung oder Möbel. Das Raffinement spielt für mich daher eine große Rolle. Ich glaube an die Schönheit des Minimalismus, allerdings – wie ein australischer Künstler es einmal ausdruckte, was mir gefallen hat – sollte es schon “Minimalismus plus” sein. Sonst wird es zu einer trockenen Ingenieursleistung. Etwas Sanftes sollte schon auch im Spiel sein. Es ist
meine Aufgabe als Designer, Menschen ein Produkt zu bieten, mit dem sie sich wohl fühlen, mit dem sie sich identifizieren können.’ Vor dreizehn Jahren zog Werner mit seiner Familie von der hektischen Grosstadt
Hamburg in einen ruhigen Vorort. Der Bungalow aus den siebziger Jahren mit vielen Glasflachen bot Platz für ein eigenes Designstudio. ‘Das ist ein ungeheurer Luxus. Es erlaubt einem, die eigene Zeit einzuteilen - die kreativen Momente zu nutzen, die man abends manchmal hat und die verschwinden wurden, wenn man zuerst ins Büro fahren musste. Aber es ist auch toll, sich dort abends einfach mit einem Glas Wein und schöner Musik hinsetzen
zu können.’