Designers

~ Patrick Belli ~

"Von einem guten Entwurf bekommt man Gänsehaut."

Leolux hat ein Auge für junge Designer mit Talent. So gibt es schon eine jahrelange projektmäßige Zusammenarbeit mit Studenten der renommierten Design Academy Eindhoven. Auch auf allen nationalen und internationalen Möbelmessen hält Leolux Augen und Ohren weit auf. Und natürlich suchen Designer auch selbst den Kontakt zu Leolux. Jüngster Neuzugang ist der 29-jährige Limburger Designer Patrick Belli, dessen Sessel ‘Sella’ sich für Leolux als Volltreffer herausstellte. Ein Interview mit Patrick Belli über Fantasie und Funktionalität, Leidenschaft und Anregung, Qualität und Gänsehaut.

Von Monique van Empel

Wie würden Sie sich selbst in Ihrer Funktion als Designer beschreiben?

‘Ich sehe mich selbst als einen Designer, der auf der Suche nach einem anregenden Design ist und dieses mit Qualität und Funktionalität kombiniert. In dieser Hinsicht bin ich durchaus ein Perfektionist. Ich will das eine Bild, das mich zu Beginn des ganzen Entwurfsprozesses fasziniert hat, nicht aus dem Auge verlieren, sondern am Ende der Reise in einem Produkt zum Ausdruck bringen, auf das ich als Designer stolz sein kann. Meine Inspiration dafür hole ich mir aus dem alltäglichen Leben.’

Wie ist der Kontakt zu Leolux entstanden?

‘Das geschah über die Designer Dick Spierenburg und Karel Boonzaaijer, für die ich momentan arbeite. Als ich ihnen meine Idee für den Sessel Sella präsentierte, war die Begeisterung sofort groß. Wir haben dann beschlossen, den Sella bei Leolux anzubieten, weil dieser unserer Meinung nach gut in deren Kollektion hineinpassen würde.’

Wie ist die Zusammenarbeit verlaufen?

‘Großartig! Es war mein allererster Entwurf, der tatsächlich in Produktion gegangen ist und dann auch noch bei einem bekannten Möbelhersteller wie Leolux. Das macht es natürlich zu etwas ganz Besonderem. Dabei ist die erste Idee, die ich im Kopf hatte, als ich mit dem Entwurf begann, auf die richtige Art und Weise ausgearbeitet worden und das erfüllt mich mit Stolz. Für mich war es auch sehr interessant, zu erfahren, wie ein derartiger Prozess zwischen Designer und Hersteller abläuft. Von Anfang an hat Leolux unsere Begeisterung in Sachen Sella geteilt und das machte die Zusammenarbeit sehr angenehm. Die Kommunikation verlief hervorragend und ich bin sehr zufrieden mit der Ausarbeitung und der Präsentation des Sella in Köln. Alles in allem war es für mich eine lehrreiche und angenehme Erfahrung.’

Welchen Mehrwert stellen Sie für Leolux dar?

‘Als Designer bin ich ständig auf der Suche nach Produkten, die die Fantasie anregen und eine schöne Kombination aus Form und Funktion bilden. Das Eine soll das Andere nicht dominieren, sondern verstärken. Leolux ist ein Unternehmen, das diese Vision groß auf seine Fahne geschrieben hat. Auf dieser Ebene können wir einander gut ergänzen und verstärken.’

Hat man Ihnen während des Produktionsprozesses ausreichend Freiheit gelassen?

‘Als Designer sollte man den ersten Funken, der einem Gänsehaut verschafft hat, niemals verlieren. Man muss die Kraft und den Charakter herausarbeiten, um sein Ziel zu erreichen. In diesem Sinne muss man sich selbst als Designer auch den Raum gönnen, um dieses starke Design zu realisieren. Bei meiner Suche nach der ultimativen Form für den Sella habe ich mir diesen Raum auch gegönnt – und Leolux hat das ebenso getan. Es ist natürlich schon elementar, niemals die Funktionalität und die Machbarkeit aus dem Auge zu verlieren. Denn ein schöner Sessel, in dem man nicht bequem sitzen kann, wird sein Ziel verfehlen.’

Wie sehen Sie Leolux als Möbelmarke?

‘Leolux ist eine starke niederländische Marke, die Qualität mit einem spannenden Design kombiniert. Die Tatsache, dass man dort vieles selbst produzieren kann, macht das Unternehmen einzigartig. Markenhersteller, die selbst produzieren, sind heutzutage selten und damit unterscheidet sich Leolux auf dem Markt. Die Leidenschaft dieses Hauses für erlebbare Qualität findet man in dessen Möbeln wieder. Nichts wird dem Zufall überlassen und so etwas liebe ich.’

Was ist Ihrer Ansicht nach ein guter Entwurf?

‘Von einem guten Entwurf bekommt man Gänsehaut. Dieser sollte allerdings auch den Zweck erfüllen, für den er entworfen wurde. Ein Stuhl muss Komfort bieten, ein Schrank den passenden Stauraum und eine Lampe das Licht, das man braucht. Darüber hinaus sollte ein Produkt seinem Besitzer vor allem Freude bereiten. Heute, aber auch noch in 20 oder 30 Jahren. Erst dann ist ein Entwurf meiner Ansicht nach gelungen.’

Haben Sie in dieser Hinsicht einen All Time Favourite?

‘Einen einzelnen Lieblingsentwurf habe ich nicht. Es gibt mehrere Entwürfe, die ich angesichts der Zeit, in der sie entstanden sind und der Leidenschaft und Originalität, die in ihnen zum Ausdruck kommt, sehr schätze. Zum Beispiel den Panton Chair von Verner Panton - einen Stuhl, den ich selbst auch zuhause habe. Er hat eine bildhübsche Form, die sehr anregend ist und die dem Interieur eine Qualität hinzufügt, die einzigartig ist. Der Stuhl vereinigt ein anregendes Design mit einem hohen Maß an Funktionalität. Bei diesem Entwurf wurden Grenzen gesucht.'

Welchen Traum haben Sie als Designer?

‘Ich stehe natürlich sozusagen erst am Anfang der Leiter. Die ersten paar Sprossen habe ich erfolgreich erklommen und nun will ich ganz nach oben! Am liebsten hätte ich irgendwann ein eigenes Designstudio, wo ich meine Fantasie in schöne Produkte umsetzen kann, die nicht nur weltweit geschätzt werden, sondern vor allem auch Menschen Freude bereiten und ihre Fantasie anregen!’

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